KOBLENZ. Bei einer Stadt, die notorisch klamm ist, sind es oft die "freiwilligen Leistungen", die gekürzt werden (müssen). Das ist im Prinzip in Koblenz nicht viel anders.
KOBLENZ. Bei einer Stadt, die notorisch klamm ist, sind es oft die "freiwilligen Leistungen", die gekürzt werden (müssen). Das ist im Prinzip in Koblenz nicht viel anders.
Als aber vor einem Jahr die Aufsichtsbehörde bei der Genehmigung des damaligen städtischen Haushalts eine Kürzung dieser Ausgaben um fünf Prozent forderte, sagte der Koblenzer Stadtrat Nein - was besonders kulturellen Einrichtungen zu gute kam, die zum Teil Kleinstförderungen erhalten. In diesem Jahr war dies nicht mehr möglich. Umso erfreulicher findet es Christian Altmaier, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, dass die Stadt Koblenz dennoch weiter rund 20 Millionen für die Kultur ausgeben kann, wovon der Löwenanteil von etwa 12 Millionen ans Theater geht. "Das ist ein großes Glück", sagt Altmaier bei seinem kulturpolitischen Jahresausblick. Dass bei dieser angespannten Haushaltslage keine großen Sprünge möglich sind, mag man bedauern, Altmaier verweist auf "Kleinigkeiten", die dennoch in diesem Jahr umgesetzt werden sollten.
"Wir haben im Jahr 2004 bei einer Kulturklausur verschiedene Themen festgelegt. Nun wollen wir auf die Umsetzung drängen." Dazu zählen etwa Brandschutz und Sanierung der Westfassade an der Alten Burg (Stadtarchiv): "Die Mittel wurden in dieses Jahr transferiert und zusätzlich aufgestockt." Natürlich möchte auch die SPD-Fraktion in diesem Jahr die Planungen um den Weltkulturerbebau auf dem Zentralplatz voran treiben" es ist uns außerdem wichtig, was mit den bisherigen Immobilien von Bibliothek und Museum passiert", fügt Altmaier an, der außerdem darauf verweist, dass der Ausstellungsetat des Mittelrhein-Museums auf das Level des Ludwig Museums erhöht wurde (80.000 Euro). "Die Koblenz-Touristik soll weiterhin (Streich: zudem) im Wechsel beiden Häusern helfen, große Ausstellungen zu realisieren, damit viele Besucher attraktive Kunsterlebnisse auch in Koblenz haben können."
Altmaier tritt Behauptungen entgegen, bei der SPD-Fraktion gebe es Bestrebungen, das Rhein-Museum zu schließen beziehungsweise nicht mehr mit städtischem Geld zu fördern. "Darum geht es uns natürlich nicht. Wir wollen aber durchaus genauer hinschauen: Was entsteht denn dort mit den Zuschüssen? Das muss doch erlaubt sein." Altmaier kritisiert, dass die städtischen Zuwendungen stets geflossen seien, die Stadt außerdem beim Bau der Schiffshalle mit anpackte. "In einer Zeit knapper Kassen müssen wir mehr als sonst auf eine gerechte Verteilung der städtischen Mittel achten."