Fraktionschefin Marion Lipinski-Naumann, Roger Lewentz, MdL und Staatssekretär Prof. Dr. Ingolf Deubel (v.l.n.r) Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt Koblenz mit rund 130 Millionen €. Die geplanten Massnahmen sind im Einzelnen:
- Sanierung Schloss Stolzenfels 14,9 Mio.
- Hochwasserschutz 27,0 Mio.
- Baumaßnahmen für die Festung Ehrenbreitstein und die Fritsch-Kaserne 40,0 Mio.
- BUGA 2011 49,0 Mio.
Damit will das Land einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der BUGA 2011 leisten und nachhaltige Struktureffekte für Koblenz, die umliegenden Regionen und ganz Rheinland-Pfalz schaffen.
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Pressekonferenz am 31. Januar 2006 auf der Festung Ehrenbreitstein - Berichterstattung in der Rhein-Zeitung vom 01.02.2006:
130 Millionen Euro für Koblenz
Staatssekretär kündigt gewaltige Investitionen an - Ehrenbreitstein ist Schwerpunkt - Geld auch für Stolzenfels und Neuendorf
Das Land will mit millionenschweren Investitionen Koblenz als Tor zum Unesco-Welterbe "Oberes Mittelrheintal" aufwerten. Finanz- und Baustaatssekretär Ingolf Deubel nannte bei seinem gestrigen Besuch in Ehrenbreitstein ein Gesamtvolumen von rund 130 Millionen Euro. Darin sind allerdings bereits mehrfach zugesagte Mittel für Hochwasserschutz und Buga enthalten.
KOBLENZ. Die heiße Phase des Landtagswahlkampfs läuft an - da sollte man mit Zahlen vorsichtig sein. Doch Dr. Ingolf Deubel ist kein politisches Leichtgewicht, wird der Bau- und Finanzstaatssekretär doch als Nachfolger von Finanzminister Gernot Mittler gehandelt - falls die SPD die Wahl gewinnt. Deubel kündigte gestern an, dass das Land immense Summen in die Aufwertung von Koblenz als "Tor" zum Unesco-Welterbe pumpen wird. Er sprach von Investitionen von mehr als 130 Millionen Euro bis Ende 2010.
In der Summe ist zwar der Landeszuschuss für die Bundesgartenschau 2011 von 49 Millionen Euro enthalten, doch stehen eine Reihe weiterer Projekte auf der Prioritätenliste ganz vorn.
In einer vom SPD-Landtagsabgeordneten Roger Lewentz und der Koblenzer SPD-Fraktionschefin Marion Lipinksi-Naumann angesetzten Pressekonferenz führte Deubel aus, dass allein das Programm für die Festung Ehrenbreitstein 40 Millionen Euro schwer ist. Davon werden 12,2 Millionen Euro sofort für die laufenden Sanierungsarbeiten abgerufen. Lewentz und Lipinski-Naumann betonten, dass die Festung eine Touristenattraktion von europäischer Dimension werden solle. Neben der Erneuerung maroder Bausubstanz wird bereits im kommenden Jahr die zweite Stufe des Festungs-Investionsprogramms gezündet: Im Doppelhaushalt 2007/2008 sollen 10 Millionen Euro für die Neugestaltung des Niederberger Festungsvorgeländes stehen. Die Arbeiten sollen dann möglichst sofort anlaufen.
Auf Anfrage der RZ bestätigt Thomas Metz, Chef des Landesbetriebs Burgen, Schlösser, Altertümer, dass die Entwurfsplanung seitens des Büros "Topotek" bereits abgeschlossen sei. Die Berliner hatten den Wettbewerb für sich entschieden (die RZ berichtete ausführlich).
Auch die Verlegung des Amtes für Archäologie von der Festung in die Fritsch-Kaserne soll bis zur Buga 2011 abgeschlossen sein. Kosten: 4,7 Millionen Euro. Darüber hinaus soll es weitere erhebliche Investitionen auf dem Festungsgelände geben. Dazu gehören die Umgestaltung der Dächer zu begrünten Erlebnisräumen und die Sanierung der Brücken. Die Umbauarbeiten in der Jugendherberge sind in den genannten Summen nicht enthalten. Nach den Worten von Deubel wird sich das Land bei den Investitionen nicht auf die Festung beschränken. Auch die Maßnahmen für Schloss Stolzenfels sollen schnellstmöglich auf den Weg gebracht und bis 2011 vollendet werden. Das Land wird für die Neugestaltung des Eingangsbereichs und weitere Sanierungsarbeiten noch einmal 15 Millionen Euro bereitstellen.
In Sachen Hochwasserschutz bekräftigte Deubel: Die insgesamt 30 Millionen Euro teuren Schutzmaßnahmen sollen noch im Jahr 2007 anlaufen. Wann konkret mit dem Bauarbeiten begonnen wird, ist aber noch offen. Klar ist jetzt schon: Bis zum Abschluss des Riesenprojektes wird es Jahre dauern. Die Gründung der Schutzanlagen muss in großer Tiefe erfolgen - von mindestens 17 Metern ist die Rede. Dennoch wolle man dieses Projekt bis zur Buga über die Bühne bringen. Fortschritte meldet Deubel auch im Sanierungsgebiet Zentralplatz. Seit Wochenanfang liegt die Zusage des Landes vor, 75 Prozent der Planungskosten zu tragen.
Reinhard Kallenbach