Provinzielle Entscheidung

Veröffentlicht am 13.10.2005 in Pressemitteilung

Ablehnung des Antrages zum Anbringen einer Videodisplayanlage am Schängelcenter stößt auf absolutes Unverständnis des Wirtschaftsförderungsausschusses.

Die Sparkasse Koblenz Immobilien GmbH hat im Rahmen der Außengestaltung des Schängelcenters einen Antrag gestellt, am Schängelcenter eine Videodisplayanlage von circa 4 auf 4 m zu errichten. Auf dieser Anlage könnten z.B. die Fußballweltmeisterschaft im nächsten Jahr übertragen werden. Die untere Bauaufsichtsbehörde der Stadtverwaltung Koblenz hat die Voranfrage negativ beschieden. Sie kommt zu dem Ergebnis, "dass eine entsprechende Baugenehmigung zur Errichtung einer beweglichen/fernsehartigen Großfläche aufgrund allgemeiner straßenverkehrsrechtlicher Gesichtspunkte nicht in Betracht kommt". Mit hinreichender Wahrscheinlichkeit würde der Verkehrsteilnehmer über Gebühr vom Verkehrsgeschehen abgelenkt werden. Es würden sich Straßenverkehrsgefährdungen ergeben.

Der Wirtschaftsförderungsausschuss, der über das Ergebnis des Bescheids informiert wurde brachte sein völliges Unverständnis zum Ausdruck und bat den Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, Dr. Eberhard Schulte-Wissermann, der zuständigen Behörde klar zu machen, dass die Errichtung derartiger Anlagen mittlerweile zum städtebaulichen Standardprogramm jeder Großstadt gehöre. In Berlin wären eine Reihe von Displayanlagen mit einer weit höheren Quadratmeterzahl an verkehrsreichen Straßen installiert. Man könne nicht davon ausgehen, dass der Autofahrer in Koblenz mehr abgelenkt würde, als der in Berlin. Mittlerweile sei die Architektur sogar übergegangen, ganze Gebäude als Medienfassaden zu bauen und natürlich in der Innenstadt wo Verkehr fließt. Wer will, dass Koblenz sich als Großstadt entwickelt, darf nicht solche provinzielle Entscheidungen treffen, so der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Jürgen Zahren. Die Entscheidung muss revidiert werden auch im Hinblick auf die Möglichkeiten der Gestaltung der Außenfassade des zukünftigen Kulturbaus auf dem Zentralplatz.

Jürgen Zahren
Wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, 13.10.2005