
Die SPD-Stadtratsfraktion Koblenz hat am 12. Juni 2026 gemeinsam mit drei Vertreterinnen des Kinderschutzbundes Koblenz (Frau Anke Jorzig, Frau Kathrin Burmann sowie Frau Gabriele Theis) den Bau des ersten rheinland-pfälzischen „Childhood-Hauses“ in Landau besucht. Die Koblenzer Delegation informierte sich vor Ort über das Konzept, um wertvolle Impulse für eine ähnliche Einrichtung in der Region Koblenz zu gewinnen.
Sexualisierte und körperliche Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist ein Thema, das nur selten an die Öffentlichkeit gelangt. Die Fallzahlen zeigen allerdings, dass Übergriffe allgegenwärtig sind. Zudem wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Kommt es zu einer Anzeige, führen die Ermittlungsverfahren und Gerichtsprozesse oft zu einer Verschlimmerung der Tat.
Das innovative Vorreiterprojekt, das im November 2026 offiziell eröffnen soll, bündelt medizinische, psychologische und juristische Hilfe für von Gewalt betroffene Kinder unter einem Dach. Es handelt sich um eine geschützte, explizit kindgerechte Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die körperliche oder sexualisierte Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung erfahren mussten.
Oberste Priorität hat das Kindeswohl; zudem sollen unangemessene Verzögerungen im Verfahren vermieden werden. In den Räumen können kindgerechte Befragungen in Kooperation mit der Polizei, der Staatsanwaltschaft und den Gerichten durchgeführt werden. Dank modernster Videoübertragung wird ein Aufeinandertreffen von Opfer und Täter konsequent unterbunden. Auch die Räumlichkeiten für beide Seiten sind baulich strikt voneinander getrennt. Eine geläufige Strategie der Verteidigung, die Glaubwürdigkeit der Opfer zu untergraben, wird damit unterbunden.
Notwendige gerichtsmedizinische Untersuchungen sowie Kinder- und Jugendpsychologische Betreuung können ebenfalls zeitnah durchgeführt werden. Im Idealfall kann dies zu einer weit schnelleren Anklageerhebung führen.
Große Unterstützung finden die Childhood-Häuser durch die World Childhood Foundation unter der Schirmherrschaft von Königin Silvia von Schweden.
Für die Koblenzer Sozialdemokraten steht nach dem Besuch fest: Ein solches Childhood-Haus ist auch für die Region Koblenz eine dringend notwendige und überaus sinnvolle Einrichtung, um betroffenen Kindern in akuten Notsituationen die bestmögliche, angstfreie Unterstützung zu garantieren. Die drei Vertreterinnen des Kinderschutzbundes Koblenz signalisierten bereits vor Ort die grundsätzliche Bereitschaft, das Projekt als Trägerschaft zu unterstützen.
