
Am 10. Dezember 2005 besichtigte die SPD-Stadtratsfraktion zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann das "Monte Mare Erlebnisbad" in Kaiserslautern. In der Rhein-Zeitung erschien folgender Artikel:

Am 10. Dezember 2005 besichtigte die SPD-Stadtratsfraktion zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann das "Monte Mare Erlebnisbad" in Kaiserslautern. In der Rhein-Zeitung erschien folgender Artikel:
Monte Mare bewirbt sich als Investor - OB hat Neubau in Kaiserslautern besichtigt - Weiterer Interessent ist mit im Rennen
Koblenz baut ein neues Hallenbad. Das ist bereits seit März dieses Jahres klar, seit der Stadtrat den Weg dafür freigegeben hat. War bislang aber ein Sportbad geplant, gibt es jetzt einen neuen potenziellen Investor und damit eine völlig neue Option: Die Monte Mare Unternehmensgruppe bewirbt sich um den Zuschlag für ein Freizeit- und Erlebnisbad, wie sie es bereits an neun Standorten in Deutschland - darunter auch in Rengsdorf - betreibt. Welches Modell sich in Koblenz durchsetzen wird, ist derzeit völlig offen.
KOBLENZ. Ein 25-Meter-Becken, ein Lehrschwimmbecken, ein Freizeitbecken und ein Wellenbad. Dazu Außenbecken, Rutschen, Sauna- und Wellness-Angebote auf 2000 Quadratmetern drinnen und auf 8000 draußen: So sieht das Monte Mare in Kaiserslautern aus. Und so könnte nach Vorstellung von Herbert Doll, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, auch das neue "Stadtbad" von Koblenz aussehen. Nachdem die Gruppe bereits neun Standorte in Deutschland betreibt, würde sie jetzt gerne ihre Expansion in Koblenz fortsetzen.
Seit Jahren Interesse
"Wir haben schon seit Jahren Interesse an dem Standort", erläutert Doll. In Kaiserslautern habe das Unternehmen eine mit Koblenz gut vergleichbare Situation vorgefunden: Das Oberzentrum der Region hatte lediglich ein marodes Hallenbad zu bieten. Doll: "Wir haben es geschafft, dort eine Modelllösung hinzubekommen." Kosten (ohne Grundstückspreis und Parkplätze): 15 Millionen Euro.
Die Stadt leistete aus der Veräußerung des alten Bades einen ersten Beitrag, dazu einen jährlichen Zuschuss: ein Modell des so genannten "Public Private Partnership (PPP)", bei dem Kommune und privater Investor eng zusammenarbeiten. Wie eine solche Zusammenarbeit in Koblenz aussehen könnte, ist offen. Pacht, gemeinsame Gesellschaft oder reine Investorenrolle des Monte Mare: "Wir können uns verschiedene Modelle vorstellen", betont Doll. Der im Übrigen auch die Konkurrenz des nahen Tauris in Mülheim-Kärlich nicht scheut. "Oft beleben Mitbewerber das Geschäft", meint Doll, "jeder muss auf dem Markt sehen, wo er seine Nische findet." Das sehen die Mülheim-Kärlicher durchaus weniger positiv (siehe "Tauris fürchtet Konkurrenz").
Doch Monte Mare ist nicht der einzige Bewerber. Bislang führte die Stadt parallel Gespräche mit Thomas Egen, dem Eigentümer des ehemaligen Handelshof-Geländes - dem derzeit von der Verwaltung bevorzugten Bauplatz für ein neues Bad. Vorgesehen wäre dort das "Familienbad mit Sportkomponente", das vormals konkurrenzloses Modell war. Einzelheiten zu avisierter Größe, Besucherzahl und eventuellen weiteren Nutzungen (wie einer Sauna) könnten in der Februarsitzung des Fachbereichsausschusses IV vorgestellt werden, wie Stadtpressesprecher Thomas Knaak ankündigte.
Für dieses Modell würde die Verwaltung ihr Grundstück an der Weißer Gasse veräußern und ein Teileigentum an dem Handelshofgelände erwerben. "Was mit dem Gelände in der Weißer Gasse wird, ist noch nicht bekannt", betont Knaak, "Pläne existieren nicht." Kosten, Landeszuschüsse, Betreiberkonstellationen: Alles weitgehend noch offen, wie er erläutert. Man gehe allerdings derzeit noch davon aus, dass die Stadt Koblenz das Erlebnisbad selbst betreiben solle. Und: "Derzeit kommt für die Verwaltung einzig der Standort Handelshofgelände in Frage."
Eine Festlegung, die im Stadtrat übrigens nicht nur auf Gegenliebe stößt. Hatte die CDU bereits in der Ratssitzung im Oktober den Planungsstand erfragen wollen, wandten sich nun die Fraktionen von SPD, Grüne, FBG und FDP in einem gemeinsamen Schreiben an die Verwaltung: Man habe mit dem Ratsbeschluss schließlich die Verwaltung beauftragt, verschiedene Standorte zu prüfen.
Aus Sicht der Verwaltung nicht nachvollziehbar: Das Handelshofgelände sei aus verschiedenen Gründen der bevorzugte Bauplatz. Eine Untersuchung des Stadtplanungsamts habe ergeben, dass der Standort wegen der ausgezeichneten Verkehrsanbindung ideal sei. Der Schienenhaltepunkt Mitte - ebenfalls für dieses Gelände geplant - werde die Erreichbarkeit des Schwimmbads sogar eher noch verbessern. Thomas Knaak: "Eine funktionale Verknüpfung drängt sich auf."
Ist die Entscheidung pro Sportbad also schon gefallen? "Keineswegs", betont Knaak. Mit dem Modell auf dem Handelshofgelände sei man lediglich einen Schritt weiter - denn für das Monte Mare käme dieses Gelände nicht in Frage. "Zu klein", betont Geschäftsführer Herbert Doll.
Noch kein Antrag
Aber dass ein grundsätzliches Interesse besteht, zeigt auch der Besuch der SPD am vergangenen Wochenende in Kaiserslautern. Die Fraktion wollte sich das dortige neue Monte Mare ansehen - Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann fuhr mit.
Knaak: "Bislang gibt es aus dem Stadtrat einfach noch keinen Auftrag, die Möglichkeit eines Freizeitbads zu überprüfen." Sollte der Rat aber entsprechend in die Offensive gehen, ist sich Knaak sicher: "Das Rennen ist noch völlig offen."
Ingo Schneider