Antrag vom: 08.06.2006
CDU, SPD und FBG
Ratssitzung vom: 22.06.2006
Antrag vom: 08.06.2006
CDU, SPD und FBG
Ratssitzung vom: 22.06.2006
Beschlussentwurf:
Der Stadtrat möge beschließen:
Der Stadtrat bekräftigt seinen Beschluss vom 12. Mai 2005, wonach auf dem Zentralplatz ein neues Zentrum für Koblenz und die Region als Anziehungspunkt in der Innenstadt entstehen soll.
Begründung:
Die künftige Gestaltung des Zentralplatzes ist seit 10 Jahren in vielen Arbeitskreisen und Sachverständigengremien diskutiert worden. Die Diskussion fand in einem städtebaulichen Kolloquium „Zentralplatz und angrenzende Bereiche“ am 12. Februar 2004, dass mit vielen Vertretern des öffentlichen Lebens und sachkundigen Professoren geführt wurde, ihren entscheidungsreifen Abschluss.
Aufbauend auf den Ergebnissen dieses Kolloquiums und unter Einbeziehung der Erkenntnisse der „Initiative Neuer Zentralplatz Koblenz“, dass der Zentralplatz die phantastische Chance bietet, die Zukunft unserer Stadt als touristisches Zentrum im Norden von Rheinland-Pfalz zu manifestieren und das Profil der Stadt und ihre Alleinstellungsposition international ins Gespräch zu bringen, haben die Koblenzer SPD, CDU und Freie Bürgergruppe einen gemeinsamen Antrag am 12. Mai 2005 im Stadtrat verabschiedet mit folgender Zielsetzung: „Auf dem Zentralplatz soll ein neues Zentrum für Koblenz und die Region als Anziehungspunkt in der Innenstadt entstehen. Dieses Zentrum muss auch touristischer Anziehungspunkt sein“. Im Mittelpunkt steht ein Gebäudekomplex. der eine Vielfalt von Nutzungen bündelt, um die ihm zugedachte Aufgabe zu erfüllen. Dieser Gebäudekomplex soll im Wesentlichen folgende Nutzungen erfüllen: eine Mediathek, ein neu zu konzipierendes Museum (Stichwort Rheinromantik), ein Veranstaltungsfoyer Mittelrhein, ein Präsentations- und Informationszentrum zum Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal und gewerblich genutzte Nebenflächen zur Unterstützung der Mittelpunktfunktion Zentralplatz.
Die einzelnen Zielsetzungen werden in dem Antrag noch ausführlich erläutert z.B. „Der vorgenannte Gebäudekomplex ist nur ein Teil der Gesamtkonzeption, der die innerstädtische Bedeutung des Geländes wiederherstellen soll. Der Stadtrat geht davon aus, dass in weiteren Planungsschritten der Platzkonzeption mit Grünflächen, mit Marktgeschehen (Markthalle), eine Präsentation des Themas „Wein“ (Vinothek) u.a. ausgeführt und festgelegt werden“.
Auf der Basis dieses Antrages hat die Stadtverwaltung ein Planungskonzept erarbeitet, das in der Sitzung des Planungsbeirates für das Sanierungsgebiet Zentralplatz und seine angrenzenden Bereiche am 22.09.2005 vorgestellt wurde. Im Planungsbeirat befinden sich insgesamt 113 Vertreter von Institutionen, Vereinen, Verbänden, Initiativen, Agenden, Architekten, Vertretern der Wirtschaft, der Kultur, des Denkmalschutzes, die sich mit der Zukunftsgestaltung unserer Stadt befassen. Es wurden Fragen von der Verwaltung beantwortet und die Konzeption von den Anwesenden begrüßt.
Die Landesregierung hat in einem Gespräch mit Vertretern der Stadtverwaltung Koblenz am 27. Januar 2006 deutlich gemacht, dass sie das Projekt Neugestaltung Zentralplatz finanziell unterstützt. Auch die Landesregierung sieht die Situation am Zentralplatz als große Gelegenheit. „Die Nutzungsaufgabe bietet die Chance zur Belebung der Innenstadt und zur Bildung eines Kristallisationspunktes“. Die Landesregierung wird deshalb den Realisierungswettbewerb bereits mit 75 % bezuschussen. Im Haushalt 2006 der Stadt Koblenz sind auch bereits Mittel für den Realisierungswettbewerb veranschlagt.
Am 28. April 2006 hat die Stadtverwaltung nochmals abschließend mit den Fraktionen die Grundlagen für den noch in diesem Jahre stattfindenden Wettbewerb erörtert.
Grundlage der Konzeption ist, dass sowohl räumliche Synergieeffekte z.B. durch gemeinsames Foyer, gemeinsame, multifunktionale Veranstaltungsräume, gemeinsame Multimediaräume als auch Synergieeffekte durch gemeinsame auf das Weltkulturerbe bezogene Veranstaltungen, Ausstellungen etc. erzielt werden. Damit werden zum einen die bisherigen fixen Kosten z.B. beim Mittelrheinmuseum oder der Stadtbibliothek gesenkt und gleichzeitig die Besucherfrequenzen erheblich erhöht. Erst durch die mit der Neugestaltung zu erwartenden Besucherströme wird einer Markthalle die Chance eröffnet, wirtschaftlich zu arbeiten.
Durch einen gemeinsamen Namen für den Gesamtkomplex z.B. „Forum Weltkulturerbe“ wird nochmals verdeutlicht, dass eine gemeinsame Grundkonzeption, Leitidee hinter der Neubebauung steckt, die später auch in der Veranstaltungsplanung umgesetzt werden muss.
Mit der Neugestaltung des Zentralplatzes wird die einmalige große städtebauliche Chance genutzt, einen neuen Kristallisationspunkt für unsere Stadt für Wirtschaft, Kultur und Tourismus zu schaffen, ein Zentrum für das Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“, ein Ort für alle zentralen Veranstaltungen und vieles mehr, den unsere Stadt dringend nötig hat. Seit über 10 Jahren wird über die Neugestaltung des Zentralplatzes diskutiert. Wir sind nunmehr einige entscheidende Schritte weitergekommen. CDU-, SPD- und FBG-Stadtratsfraktion gehen davon aus, das dass von vielen Fachleuten entwickelte Konzept einschließlich seiner Finanzierung mit Unterstützung des Landes zügig verwirklicht werden kann, so dass das Forum Weltkulturerbe bis spätestens zum BUGA-Jahr 2011 fertig gestellt ist.
Die dadurch freiwerdenden historischen Gebäude müssen selbstverständlich unter einer konzeptionellen Betrachtung einer weiteren Verwendung zugeführt werden.