Für Arzheim wird Verbindung besser

Veröffentlicht am 01.09.2005 in Fraktion

Kevag will Fahrplan Ende des Jahres ergänzen - Beschwerden hatten Erfolg

Im Dezember 2004 machte sich die Kevag in Arzheim mehr als unbeliebt. Das Unternehmen strich die direkte Anbindung der Linie 10 an den Koblenzer Hauptbahnhof aus ihrem Fahrplan. Der Sturm der Entrüstung war groß - und zeigt jetzt Wirkung. Denn in jüngster Sitzung signalisierte das Unternehmen dem städtischen Arbeitskreis "Fahrplan", dass Ende des Jahres endlich nachgebessert wird.

ARZHEIM. Ihre direkte Anbindung an den Koblenzer Hauptbahnhof bekommen die Arzheimer wohl auch im kommenden Jahr nicht zurück. In jüngster Sitzung des Arbeitskreises "Fahrplan", der dem Fachbereichsausschuss 4 des Koblenzer Stadtrates ungeordnet ist, signalisierte die Kevag jedoch, den Fahrplan ihrer Linie 10 dahin gehend zu optimieren, dass ein Wechsel auf die "Bahnhofsdirektlinien" 8 und 9 ohne größere Zeitverzögerung schon am Ehrenbreitsteiner Kapuzinerplatz möglich sein soll. "Unser Drängen auf das Unternehmen zeigt also endlich Wirkung", so Eike Kurz von der Koblenzer SPD-Stadtratsfraktion, die sich vehement für eine Nachbesserung des im Dezember 2004 eingeführten neuen Fahrplans eingesetzt hat.

Zur Erinnerung: Mit ihrem "Weihnachtsgeschenk" hatte die Kevag den Arzheimern nicht nur ihre Direktverbindung zum Koblenzer Bahnhof gekappt, sondern auch mit den dafür alternativ eingerichteten Umsteigemöglichkeiten für Unmut gesorgt. Fahrgäste auf dem Weg zwischen Südlicher Vorstadt und dem Höhenstadtteil müssen derzeit entweder auf dem Zentralplatz oder am Löhr-Center die Linie wechseln und dabei zum Teil erhebliche Zeitverluste in Kauf nehmen. Und in den Fällen, in denen die Anschlüsse relativ zügig abfahren, wartet gleich das nächste Problem. Ältere Menschen und Fahrgäste mit größerem Gepäck haben auf dem Zentralplatz und am Löhr-Center dann mitunter Not, die Distanz bis zum Anschlussbus rechtzeitig zurück- zulegen.

Eine Lösung dieser Probleme, so Eike Kurz (für die SPD im Fahrplanausschuss vertreten), solle nun unter anderem dadurch erreicht werden, den Fahrplan der Linie 9 mit dem der Linie 10 besser abzustimmen. Denn die aus Arenberg kommende Linie 9, so erklärt Kurz, fahre nicht nur weiterhin direkt zum Hauptbahnhof, sondern verlaufe ab der Haltestelle Obertal in Ehrenbreitstein und bis zum Zentralplatz parallel zur Linie 10, könne bei einer besseren Koordination der Abfahrtszeiten also diejenigen Arzheimer Fahrgäste, die zum Bahnhof wollen, sehr gut aufnehmen.

Bernd Reeb, Kevag-Abteilungsleiter für die Fahrplanplanung, will so konkret allerdings noch nicht werden. Auf RZ-Nachfrage bestätigt er jedoch, dass es auf jeden Fall "eine deutliche Verbesserung für die Linie 10 geben wird." Unter anderem dadurch, dass die zehnminütige "Wendezeit" in Arzheim entfallen soll, die in den vergangenen Monaten ebenfalls für reichlich Ärger und die ein oder andere Kuriosität gesorgt hat.

Hinter dieser "Wendezeit" verbirgt sich nämlich nichts anderes als eine Pause für die Busfahrer. Und mancher Buslenker will dabei (sicherlich berechtigt, aber für den Außenstehenden schwer nachvollziehbar) so ungestört sein, dass er Fahrgäste bei der fahrplanmäßig vorgesehenen ersten "Rundfahrt" der Linie 10 durch Arzheim an der Endhaltestelle aus dem Bus bittet, um sie nach einigen Minuten und nach der zweiten Rundfahrt nach der Pause wieder aufzunehmen. Reeb: "Diese Pause werden wir wahrscheinlich auf die Mittelweiden verlegen, um hier mehr Luft für eine Anbindung an das im Bau befindliche Ikea-Möbelhaus am Bubenheimer Kreisel zu bekommen."

Nach wie vor wenig kooperativ zeigt sich die Kevag dagegen, was eine bessere Anbindung der Festung Ehrenbreitstein an die Koblenzer City betrifft. "Bislang fährt da nur an Sonn- und Feiertagen ein Bus. Und das auch nur, weil der Service von der Koblenz Touristik und vom Landesbetrieb Burgen, Schlösser, Altertümer finanziell unterstützt wird. Ein Unding, dass die Kevag hier ihrer Aufgabe als Serviceunternehmen und Dienstleiter nicht nachkommen will!", moniert Eike Kurz. Denn die Kevag habe sich im Arbeitskreis in dieser Beziehung wieder quer gestellt.

Für Reeb jedoch eine Entscheidung, die betriebswirtschaftlich einfach nicht anders zu fällen gewesen sei: "Für die Festung noch öfter oder gar täglich eine Verbindung anzubieten, würde sich einfach nicht rechnen." Vorstellbar, so der Fahrplan-Hüter der Kevag, sei das Angebot nur, wenn es auch für weitere Fahrtzeiten finanzielle Rückendeckung von Seiten der Stadt und des Landes gebe.

Für einen anderen "Buslinien-Konflikt", der im Arbeitskreis angesprochen wurde, verspricht Reeb dagegen Abhilfe. So wurde kritisiert, dass die Linien 9 und 10 nach dem Überqueren der Pfaffendorfer Brücke manchmal den Schlenker über die beiden Haltestellen in der Emser Straße "vergessen" und stattdessen die Abkürzung durch den Glockenbergtunnel nehmen. "Das geht natürlich nicht", sagt Reeb, der die Fahrer dazu anhalten will, die korrekte Streckenführung einzuhalten.

Annette Herrmann , RZ 22.08.2005