SPD-Ratsfraktion lud zur Info-Tour durch Koblenz
KOBLENZ. Nicht zuletzt wegen der Bundeswehrreform hat sich Koblenz in den vergangenen 15 Jahren sehr verändert. Waren hier 1990 noch mehr als 20 000 Menschen bei der Bundeswehr (BW) und dem BWB beschäftigt, zählt man mittlerweile am Standort Koblenz nur noch rund 8000 Arbeitsplätze, die zum Bereich Militär gehören. Wie sich diese Veränderungen im Stadtbild auswirken und welche neuen Änderungen mit der Buga kommen, erläuterten Jürgen Czielinski, Leiter des städtischen Amtes für Wirtschaftsförderung, und die SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Mogg nun unter anderem auf einer Stadtrundfahrt, die von der SPD-Ratsfraktion organisiert worden war.
Er ist das Sorgenkind der Stadt: der Zentralplatz. Wie eine Neugestaltung im Zuge der Buga aussehen wird, darüber konnte Jürgen Czielinski während der Stadtführung im Kevag-Bus jedoch auch keine verbindlichen Aussagen machen. Allerdings gab es Vorschläge. Eine Markthalle steht genauso zur Diskussion wie ein Gebäude, das vor allem kulturell genutzt werden soll. Neben Teilen des Zentralplatzes ist als Fläche dafür der Gebäudekomplex des ehemaligen "Hauses der Begegnung", der nun abgerissen wird, vorgesehen. "Das Bauwerk war nicht mehr sanierungsfähig, so dass ein Abriss unvermeidbar war", betonte Jürgen Czielinski.
Egal aber, was oberirdisch geschieht, unterirdisch soll jedenfalls die Tiefgarage vergrößert werden. "Der Ausbau brächte einen Zuwachs von rund 300 Stellplätzen", so Czielinski. An anderer Stelle könnten Parkflächen dafür reduziert werden. Im Blick hat man dabei den Clemensplatz. "Weniger Parkraum, dafür mehr Grün würde den Platz aufwerten", meint der 48-jährige Diplom-Ingenieur.
Zur Sprache kam bei der Stadtführung neben dem Schienenhaltepunkt Mitte oder dem Stadtstrand natürlich auch die Buga. Änderungen wird es dabei nicht zuletzt im Vorfeld der Festung geben. So kommt die Sammlung des Wehrtechnischen Museums in die Fritsch-Kaserne. Was mit dem Recyclinghof geschieht, ist dabei zurzeit noch ungewiss. Czielinski: "Vielleicht wird er ein bisschen verkleinert oder aber auch ganz weggenommen."
Weggenommen werden soll auch der Baumbewuchs, der unmittelbar hinter dem Festungsparkplatz an der Hangkante entlangläuft. "Man möchte die Festung in ihrem geschichtlichen Bezug präsentieren, und früher hat es diesen Baumbewuchs nicht gegeben, weil hier ein freies Schussfeld sein musste."
Wie wichtig die Bundeswehr auch nach der Strukturreform für Koblenz ist, unterstrich Ursula Mogg am Beispiel des IT-Amtes. "Das Amt hat maßgeblich dazu beigetragen, dass es im Raum Koblenz mittlerweile rund 4000 Stellen im IT-Bereich gibt."
Peter Karges
RZ, 26.06.2005