Ein Leserbrief von Christian Altmaier
Wenn das Kulturforum eröffnet, sich die Bürger ein eigenes Bild machen können, werden sie wie bei der Gartenschau feststellen, dass es eine richtige Entscheidung für die Stadt gewesen ist. Die Stadt rückt Kultur in ihren Mittelpunkt: Endlich sind Museum und Bibliothek für alle erreichbar, barrierefrei und zentral gelegen. Die sehenswerte städtische Kunstsammlung bekommt ausreichend Ausstellungsfläche, mit moderner Sicherheitstechnik, nunmehr auch attraktiv für Wechselausstellungen und Leihgaben anderer Museen.
Ohne eine Entscheidung für die neue Mitte am Zentralplatz, wären Bibliothek und Mittelrhein-Museum in den nächsten Jahren zu Sanierungsfällen geworden. Mutig war die Ratsmehrheit, diesen wichtigen Kultureinrichtungen eine neue Heimstatt zu geben!
Die Kritiker der letzten Jahren konnten sich bislang selbst kein Bild vor Ort machen. Die Fotos in der Rhein-Zeitung sind zwar schön, aber das wahrhaftige Raumerlebnis erfährt man nur als Besuchender des Kulturbaus.
Ein Dank gilt allen Beteiligten, an der Spitze Jürgen Czielinski, der so oft von vielen Seiten kritisiert wird. Was innerhalb der Stadtverwaltung an professioneller Arbeit geleistet wird, muss endlich gewürdigt werden. Nicht nur das Projektteam, auch die Einrichtungen wie Koblenz-Touristik, Bibliothek und Museum leisten mehr, als landläufig von einer Verwaltung erwartet wird. Sie bringen das Projekt nach vorne, trotz aller Kritik aus Politik und einzelner Bürger.
Ich bin dankbar, dass die Stadt Koblenz nunmehr ein attraktives Stück Weltstadtarchitektur beheimatet. Sie wird dem Kultur-Tourismus Auftrieb geben, das Romanticum wird der Rhein-Romantik eine interessante Heimstatt bieten und die Dachterrasse wird ein Erlebnis für jeden Gast der Stadt und Lust machen diese zu Fuß, mit der Seilbahn oder dem Schiff zu erkunden.
Wenn nun die Gegner versuchen, über die Stadtteile zu ziehen und mit dem Kulturbau Einsparungen oder Nicht-Investitionen begründen, springen sie zu kurz! Denn wir hatten einen erheblichen Sanierungsstau an den Altimmobilien, sowie gigantische Probleme bei der Erreichbarkeit für alle. Außerdem waren die Ausstellungsflächen für die städtische Kunstsammlung zu klein und die Sicherheitsstandards winzig. Ob der Sanierungsstau "nur" 10 Millionen Euro betragen hat, bei einer Sanierung der Nachkriegsbauten erhebliche Mehrkosten wie bei der Rhein-Mosel-Halle entstanden wären, kann keiner erklären. Dies verkennt der Vorsitzende der Zentralplatzgegner. Zudem war der Zentralplatz ein letztes Mosaiksteinchen in der umfassendsten Stadtsanierung nach dem 2. Weltkrieg - BUGA und Zentralplatz, mitsamt Löhrstraße, Altstadtsanierung. Koblenz ist jetzt die westdeutsche Stadt mit einer der modernsten Infrastrukturen. Weil für die BUGA und den Zentralplatz investiert worden ist und damit Schandflecke der letzten Jahren in unserer Alt- und Innenstadt verschwunden sind.
Es gibt nur ein Problem, wie es auch in der RZ oftmals ironisch zu lesen ist: Das Produkt ist besser als der offizielle Name. Hoffen wir, dass dennoch eine gute Vermarktung gelingt, denn Namen sind bekanntlich Schall und Rauch.
Christian Altmaier,
Mitglied des Bauherrenausschuss Zentralplatz