Am 18. Mai fand im Kurfürstlichen Schloss zu Koblenz in einem gelungenen Rahmen die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Koblenzer SPD statt.
In der Rhein-Zeitung erschien dazu am 21. Mai folgender Artikel:
Am 18. Mai fand im Kurfürstlichen Schloss zu Koblenz in einem gelungenen Rahmen die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Koblenzer SPD statt.
In der Rhein-Zeitung erschien dazu am 21. Mai folgender Artikel:
Genossen feierten ein ganzes Jahrhundert Koblenzer SPD
Festakt im Schloss: Renger machte Parteifreunden Mut - Mitglieder geehrt
KOBLENZ. Der erste politische Sturm war über die Partei mit dem Sozialistengesetz bereits hinweggegangen, als er 1904 aus der Taufe gehoben wurde - der Koblenzer Ortsverein der SPD. Mit einem Festakt im Kaisersaal des Schlosses feierten die Koblenzer Sozialdemokraten nun ihr 100-jähriges Bestehen.
Die Resultate der Demoskopen sind für Sozialdemokraten zurzeit nicht unbedingt erfreulich. "Man fühlt sich in die Gründerzeit zurückversetzt, wenn man manche Umfrageergebnisse liest", betonte denn auch die ehemalige Bundestagspräsidentin Annemarie Renger (1972 - 1976) in ihrer Festrede. Doch die große Dame der Sozialdemokratie war nicht nach Koblenz gekommen, um Trübsal zu verbreiten. Vielmehr sprach sie den Genossen Mut zu, am Kurs festzuhalten. "Die Reformen sind notwendig, damit wir im Wettbewerb mit den großen Volkswirtschaften USA oder China überhaupt eine Chance haben", meinte Renger.
Kritik übte die 84-Jährige vor allem an der Vorgängerregierung. "Unter Helmut Kohl ist es versäumt worden, die notwendigen Reformen vorzunehmen, wobei erschwerend hinzu kommt, dass man auch noch gedacht hat, man könne die deutsche Einheit aus dem Klingelbeutel bezahlen", so Renger.
Aber nicht nur den politischen Gegner nahm die langjährige Bundestagsabgeordnete (1953 bis 1990) ins Visier. "Wenn Manager Abfindungen in Millionenhöhe kassieren, während Arbeitnehmer ihren Job verlieren, dann stimmen die Relationen in unserer Gesellschaft einfach nicht mehr", unterstrich die streitbare Sozialdemokratin, die auch keinen Hehl daraus machte, welche Position sie im Irakkonflikt vertritt. "Dass wir in Frieden leben und unsere Kinder nicht auf der Bahre nach Hause getragen werden, ist nicht zuletzt ein Verdienst dieser Bundesregierung."
Anwesend bei dem Festakt waren auch zwei Sozialdemokraten, die wie nur wenige die Höhen und Tiefen der Koblenzer SPD kennen: Bruno Elsner, der der Partei seit 1927 angehört, und der 103-jährige Adolf Wohlleben. Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann ehrte beide für ihre langjährige Parteizugehörigkeit genauso wie Hans-Jürgen Hoffmann und Walter Schneider, die 1964 der SPD beitraten, unter dem damaligen Vorsitzenden Willy Brandt.
Peter Karges