Stadtverwaltung meldet Erfolg bei den Verhandlungen mit der Bundeswehr - Ratsmitglieder fordern schnelle Kalkulation
Leben am Fluss: Gerade in den Sommermonaten könnte das auch für die Metternicher so schön sein. Schon seit Jahrzehnten aber leben die Einwohner des Moselstadtteils quasi auf dem Trockendock - abgesehen vom "Stattstrand" gibt nicht einen einzigen öffentlichen Uferabschnitt.
Doch endlich scheint das Wasser greifbar nahe zu sein.
METTERNICH. 2007 könnte es mit der Umstrukturierung der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) am Metternicher Moselufer losgehen, 2008 das Element Wasser für die Bürger endlich und sprichwörtlich in greifbare Nähe rücken. Eine frohe Botschaft, die Martin Prümm den Vertretern der Metternicher SPD und CDU nun beim Ortstermin am WTD-Gelände mitteilte.
SPD-Ratsmitglied Christian Altmaier und Wilfried Hoefer (CDU) hatten den Baudezernenten Martin Prümm darum gebeten, über den Stand der Dinge am Metternicher Mo?selufers zu informieren - und waren erfreut über die guten Nachrichten aus dem Rathaus: Laut Prümm steht die Stadt kurz vor Vetragsabschluss mit dem Bund. Der ist Eigentümer des WTD-Geländes, das hermetisch abgeriegelt ist und dadurch auch den Ufer-Radweg von Koblenz Richtung Güls blockiert. Von Koblenz aus kommend, ist am Rohrerhof Schluss. Dann muss man auf die Trierer Straße ausweichen. Ein Radweg, der zumindest bis zum neuen Metternicher "Stattstrand" durchgängig fortgeführt wird, ist jetzt greifbar, weil die Bundeswehr aller Voraussicht nach zustimmen wird, einen Korridor entlang des Ufers für Fußgänger und Radfahrer zu öffnen, so Prümm.
Erste Pläne, wie das Areal entlang dem Metternicher Moselufers in diesem Bereich auch zum Verweilen gestaltet werden könne, hatte die Verwaltung beim Ortstermin im Gepäck. "Nur ein erster Vorschlag", betonte Martin Prümm. Denn natürlich müsste das weitere Vorgehen erst in den städtischen Gremien abgestimmt werden. Fest stehen bislang nur die Vorgaben, die die Bundeswehr macht, damit der Flussabschnitt endlich öffentlich zugänglich wird. "Gefordert ist ein auch mit schwererem Gerät befahrbarer Weg", so Prümm. Denn auch weiterhin werde die Wehrtechnische Dienststelle das Moselufer für ihre Arbeit nutzen, zum Beispiel für Tauchübungen. Gebe es dann Probleme oder gar einen Unfall, dann müsse sichergestellt sein, dass auch Rettungsfahrzeuge den Radweg bis zum Ufer befahren könnten. Der Radweg selbst soll durch einen festen Gitterzaun vom Bundeswehrareal abgegrenzt werden, mit mehreren Toröffnungen in Richtung Mosel.
Noch unklar ist die Höhe der Kosten. "Erst muss der Vertrag in trockenen Tüchern sein, dann gehen wir an konkrete Planungen", betonte der Baudezernent. Christian Altmaier und Wilfried Hoefer wollen möglichst frühzeitig Zahlenmaterial bekommen. Ratsmitglied Christian Altmaier: "Damit die Mittel vielleicht schon 2007 in den Haushalt eingestellt werden können und die Maßnahme zügig realisiert wird."
Annette Herrmann
Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 04.08.2006, Seite 16