SPD-Tourismuskonferenz: Vermarktung des Unesco-Welterbes

Veröffentlicht am 04.03.2004 in Fraktion

SPD-Tourismuskonferenz: Vermarktung des Unesco-Welterbes

Seit zwei Jahren ist das Mittelrheintal Welterbe. Wie man das Welterbe besser vermarkten kann, damit beschäftigte sich die dritte Touris- muskonferenz der Koblenzer SPD, die am 04.03.2004 in der Königsbacher Brauerei stattfand.

Der hohe Stellenwert des Themas Tourismus in der Region zeigte sich durch hohe Teilnehmerzahl und hochkarätige Besetzung. So konnte Jürgen Zahren, wirtschafts- politischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, neben zahlreichen Politikern unter anderem auch Vertreter der Handwerkskammer, der IHK, des Einzelhandels, des Hotel- und Gast- stättenverbandes, der Brauereinen und Weinwirtschaft und viele andere mehr begrüßen.
Jürgen Zahren, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion und Diskussionsleiter Jürgen Zahren eröffnete die Konferenz, indem er rückblickend die bisherige Entwicklung der touristischen Vermarktung der Region zusammenfasste:
Basierend auf einer Schwachstellenanalyse, welche gemeinsam mit dem Europäischen Institut an der UNI Trier durchgeführt wurde, konnte bereits im März 1995 auf der ersten Tourismuskonferenz eine gemeinsame Konzeption erarbeitet werden. Diese beruhte auf der Überlegung, dass der Tourismus für Koblenz und die Region eine hohe wirtschaftspolitische Ressource darstelle, welche durch geeignete Massnahmen besser genutzt und vermarktet werden müsse.
So wurden in der Folgezeit der Eigenbetrieb Koblenz-Touristik gegründet,
Reisekonzepte entwickelt und vermarktet und 2 attraktive Touristikbüros im Stadtgebiet eröffnet, um nur einige herausragende Punkte zu erwähnen.
Bei der zweiten Touristikkonferenz im August 1998 ging dann der Blick schon weiter. "Wir haben jetzt Ordnung in unserem Touristik-Laden geschaffen, jetzt wollen wir über den Tellerrand schauen. Ziel: Unsere herrliche Region gemeinsam zu vermarkten" beschrieb Jürgen Zahren damals den aktuellen Stand. Er forderte, Kirchturmdenken abzubauen, für das Gesamte einzutreten und gemeinsam als eine Region aufzutreten.
"Mit der Anerkennung des Oberen Mitteltheintales als Welterbe durch die UNESCO hat unsere Region nun eine einmalige Chance erhalten, die gemeinsame Region touristisch wirksam zu vermarkten.
Auch die Bundesgartenschau kann über die Stadt Koblenz hinaus überregional positive Impulse auslösen.
Die Rahmenbedingungen sind somit geschaffen. Nun geht es darum, diese mit Inhalten zu füllen."
"Die Marke "Unesco-Welterbe" allein reicht nicht aus, damit Touristen strömen", betonte Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann.
Der OB forderte eine Verbesserung der Infrastruktur und vor allem ein einheitliches Marketing: "Einzelne Orte lassen sich nur schwer in Amerika oder Japan anpreisen, das Mittelrheintal mit seinen Burgen schon. Hier brauchen wir generell professionellere Vertriebsstrukturen und kein Kirchturmdenken."
Wie Marketingstrategien aussehen könnten, präsentierte Bert Flöck, Geschäftsführer der Koblenz-Touristik.
"Man muss die Identität und die Geschichte des Tales spannender verkaufen. Zudem ist auch ein Zentrum für Rheinromantik genauso denkbar wie eine wissenschaftliche Beschäftigung mit dieser Epoche an der Uni Koblenz, vielleicht bis hin zu einem Institut", schlug Flöck vor.
Dass eine Buga auch gerade für die Region positive Auswirkungen haben kann, hob Jochen Sandner hervor, der als Geschäftsführer der Potsdamer Buga GmbH, die letzte Bundesgartenschau managte: "Eine Buga bündelt nicht nur öffentliche Maßnahmen, sie führt auch dazu, dass die Privatwirtschaft mehr Geld investiert. Und zudem hat sie einen bleibenden Effekt."
Joachim Mertes, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, erhofft sich von der Buga jedenfalls, dass sie das passende Entree für das Mittelrheintal abgebe. "Der Tourismus in der Region kann von der Buga nur profitieren und das Mittelrheintal erhält damit schließlich ein wunderbares Eingangstor."
Die Anerkennung als UNESCO-Welterbe sei zudem ein Alleinstellungsmerkmal, um das uns andere Regionen beneiden. Es sei nun Aufgabe aller Akteure im Tal, die Kulturlandschaft in all ihren Aspekten zu einer würdigen und attraktiven Weltkulturerbestätte zu entwickeln und gemeinsam mit Speyer und Trier als Tourismuspaket zu vermarkten, zumal die Landesregierung bereits ihren Beitrag durch eine stetige Verbesserung der touristischen Infrastruktur leiste.
Den Abschluss der hervorragend besuchten Veranstaltung bildete eine von Jürgen Zahren moderierte Diskussion. So ergab sich durch die kompetente Beantwortung der Fragen durch die Referenten eine interessante Diskussion über die angesprochenen Themen.