In Koblenz werden "Stolpersteine" verlegt

Veröffentlicht am 23.08.2006 in Fraktion

Mit seinem Projekt, mit "Stolpersteinen" an die Opfer des Nationalsozialismus tagtäglich zu erinnern, hat der Kölner Künstler Gunter Demnig für viel Diskussionsstoff gesorgt.

In vielen Städten in Deutschland liegen nun die kleinen 10 x 10 cm großen Betonquader mit Messingplatte in den Gehsteigen und auf Plätzen - zwischen dem normalen Pflaster. In die Messingplatte arbeitet der Künstler die Daten des Opfers ein: Der Betrachter erfährt dann, dass hier ein Mensch wohnte der von den Nazis aus dem Leben gerissen wurde. Man erfährt den Namen, das Geburtsjahr und das Schicksal des Menschen, meist das Datum der Deportation oder des Todes.

In Koblenz wurde nun dem Verein "Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit Koblenz die Aufgabe übertragen, das Projekt in der Rhein-Mosel-Stadt zu koordinieren, wie der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Christian Altmaier mitteilt. Nachdem die SPD im Stadtrat am 12. Mai 2005 einen Antrag gestellt hatte, wurde auch in Koblenz intensiv darüber diskutiert. Altmaier stellt klar, "dass die SPD dieses Kunstprojekt nicht parteipolitisch vereinnahmen, aber vom Stadtrat positiv begleitet wissen wollte. Die Gedenkarbeit in Koblenz ist außerordentlich intensiv und bekommt jede Unterstützung. Wenn 'Stolpersteine' in anderen Städten von Einzelpersonen gefordert wurden, gab es oftmals Probleme, daher wollten wir mit der Verwaltung und der interessierten Bürgerschaft dieses Projekt auch bei uns in Koblenz ins Leben gerufen und unterstützt wissen," so der SPD-Kulturpolitiker.

Die Christlich-Jüdische Gesellschaft und die in der Gedenkarbeit aktiven Vereine, wie der Förderverein Mahnmal oder der Freundschaftskreis Koblenz-Petah-Tikva wurden vom Kulturausschuss beauftragt, in Abstimmung mit dem Kulturamt nun die "Stolpersteine" auch in Koblenz verlegen zu lassen. Dies wird erstmals am 27. Januar 2007 in Koblenz geschehen. Dann soll Künstler Gunter Demnig auch für die Opfer aus Koblenz seine "Stolpersteine" verlegen.

Jeder "Stolperstein" wird durch einen Paten finanziert. Für € 95,00 wird der Stein hergestellt und verlegt. Die Namen der Opfer werden von den koordinierenden Vereinen recherchiert und dem Künstler weitergeleitet. "Es gibt durch die hervorragende Gedenkarbeit der letzten Jahre, umfangreiche Listen, in denen alle erforderlichen Daten aufgeführt sind", weiß Altmaier zu berichten.

Wer Pate eines "Stolpersteines" werden möchte, kann die € 95,00 auf das Konto der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit e.V. Koblenz überweisen und seine Bereitschaft gegenüber dem Verein erklären: Konto 1000 702 bei der Sparkasse Koblenz BLZ 570 501 20. Über den Betrag wird eine Spendenquittung augestellt.