Fraktion vor Ort in Kesselheim: "Planen im Bestand" ist das Konzept der Zukunft

Veröffentlicht am 14.03.2005 in Pressemitteilung

Fraktion vor Ort in Kesselheim

Einmal im Monat tagt die SPD-Stadtratsfraktion nicht im Rathaus, sondern in einem Koblenzer Stadtteil, informiert sich aus erster Hand und stellt eigene Konzepte zur Diskussion.

So lud die Fraktionsvorsitzende Marion Lipinski, gemeinsam mit dem stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden Georg Raffauf, im März nach Kesselheim ein - und nicht nur die SPD-Ratsmitglieder, sondern auch zahlreiche Kesselheimer Bürger folgten der Einladung. Auch Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann ließ sich den Termin nicht entgehen und betonte die Wichtigkeit der Präsenz von (Kommunal-)Politikern vor Ort.

Die Kesselheimer interessierte vor allem, wo es in ihrem Stadtteil noch Raum für neue Wohngebiete gibt. "Der Abwanderung von jungen Leuten ins Umland kann man nur begegnen, wenn man ihnen ermöglicht, hier ein Haus zu bauen", sagte einer der Anwesenden. Der Leiter des Planungsamts, Frank Hastenteufel, erläuterte, dass es zwar in Kesselheim noch Vorhalteflächen für den Wohnungsbau gebe, ein Teil dieser Flächen auf Grund der neuen Hochwassergesetzgebung aber nicht mehr ohne Weiteres bebaubar sei. Auch ein "Zusammenwachsen" von Industrie- und Wohngebiet sei wegen der Lärm- und Geruchsimmission gesetzlich nicht möglich.

Wie entwickelt sich Kesselheim denn in den nächsten 10 bis 15 Jahren? Dieser Frage ging Ratsmitglied David Langner, Experte für Demografie-Fragen, anhand eines kurzen Vortrags nach: Hinsichtlich des Durchschnittsalters der Bevölkerung zählt Kesselheim mit 40,5 Jahren zu den "jüngsten" Stadtteilen. Allerdings verläuft der Alterungsprozess hier in den letzten 10 Jahren wesentlich schneller als im Durchschnitt der Stadt Koblenz. Maßgeblich hierfür dürfte der hohe Anteil an Wohngebäuden aus den 60er bis Mitte der 80er Jahren sein. Die Haushalte, die in dieser Zeit gebaut haben, befinden sich in der Schrumpfungsphase: Die Kinder ziehen aus. In den nächsten 10 bis 15 Jahren steht dieser Wohnungsbestand vor einem Generationswechsel.

"Planen im Bestand" lautet die Antwort der SPD-Fraktion auf diese Herausforderung. "Wir haben jetzt die Chance, mit einer vernünftigen Planung den Generationswechsel zu gestalten und die Infrastruktur zu erhalten", sagte die Fraktionsvorsitzende Lipinski, "je stärker sich die Bürgerinnen und Bürger dabei mit einbringen, desto besser ist Kesselheim für die Zukunft gerüstet."