Foto: Matthias Werth
Das Ende einer mehr als sechs Jahrzehnte währenden Behelfslösung für die Jüdische Kultusgemeinde Koblenz ist in greifbare Nähe gerückt. Am vergangenen Montag, den 19. Oktober 2026, informierte Heribert Heinrich, Vorsitzender des Fördervereins Neue Synagoge für Koblenz e. V., die SPD-Ratsfraktion über den aktuellen Stand des historischen Bauvorhabens.
Wie Heinrich vor den Ratsmitgliedern ausführte, konnte der Förderverein eine solide Gesamtfinanzierung für das Großprojekt aufstellen. Maßgeblich dazu beigetragen haben finanzielle Zusagen des Bundes, des Landes Rheinland-Pfalz und der Kommune sowie zahlreiche private Spenden. Nachdem der Bauantrag bereits im September 2025 eingereicht wurde, steht nun der konkrete Zeitplan fest: Der Baubeginn ist für März 2027 projektiert, die Bauzeit soll voraussichtlich zwei Jahre betragen. Heinrich gab jedoch zu bedenken, dass unvorhersehbare Faktoren im Koblenzer Untergrund – wie etwa archäologische Funde oder Weltkriegsblindgänger – zu Verzögerungen führen könnten.
Seit 1947 nutzt die jüdische Gemeinde eine ehemalige Trauerhalle im Stadtteil Rauental als provisorischen Betsaal. Mit dem anstehenden Neubau geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, an den historischen Bezugspunkt im Herzen der Altstadt zurückzukehren. Die einstige Synagoge im Bürresheimer Hof am Florinsmarkt war 1938 von den Nationalsozialisten verwüstet und 1944 bei Luftangriffen vollständig zerstört worden.
Die künftige Adresse des Neubaus in der Weißer Gasse wird zudem eine besondere Würdigung erfahren: Der dortige Bereich wird nach Dr. Heinz Kahn benannt – dem langjährigen, 2014 verstorbenen Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz und Überlebenden des Holocausts. Die Synagoge wird künftig die Anschrift „Heinz-Kahn-Platz 1“ tragen.
Die SPD-Ratsfraktion zeigte sich zutiefst dankbar für das unermüdliche Engagement Heribert Heinrichs und des gesamten Fördervereins für die positive Entwicklung des Projekts. Die Fraktion betonte, dass dieser Neubau ein starkes und sichtbares Zeichen für die Zukunft des jüdischen Lebens in Koblenz setzt, und blickt der Realisierung mit großer Zuversicht entgegen.